
Ende Juli 2024 – die Besenheide beginnt mit ihrer Blüte
Frühlings- und Sommer-Monitoring 2024
(jt) Die Pflegemaßnahmen 2023/2024 sind abgeschlossen und die Entwicklung der Heidefläche wird bis zum Herbst sich selber überlassen.
Das nächste Foto zeigt einen kleinen Ausschnitt aus einem Nest der Roten Waldameise. Die Sonne und die warmen Temperaturen haben das Volk aktiviert. Massen der kleinen rotschwarzen Tierchen sind an die Nestoberfläche gekommen und halten Hausputz. Der Dreck des Winters muss raus aus dem Nest.
Auch andere Insekten sind bereits fleißig bei der Arbeit. Spinnen, Grillen, Heuschrecken, Schmetterlinge und Wildbienen (Hummeln) toben über die Fläche. Und das bereits Mitte März.
In unregelmäßigen Abständen werde ich in den nächsten Monaten die Entwicklung der Heide beobachten und so gut es geht, durch Fotos dokumentieren.

Rote Waldameisen (Formica rufa) nehmen das erste Sonnenbad in 2024 und betreiben Nestpflege. Die Rote Waldameise steht mit dem Vermerk „V“ (Vorwarnliste) auf der Roten Liste 2010. (LANUV)
Auf Los geht’s los!
Auf dem nächsten Foto seht ihr ein Männchen der Feldgrille (Gryllus campestris). Diese sehr seltene Grille steht aktuell auf der Roten Liste gefährdeter Tiere und hat dort den Status „3“= gefährdet.
(LANUV Rote Liste)
Die Feldgrille liebt warme, sonnige und trockene Hänge, Wiesen, Kiesgruben und Heiden sowie lichte Kiefernwälder. Wer mehr über die Feldgrille erfahren möchte, sollte hier klicken: Wikipedia

Sommer auf der Heide
(jt) Es ist Ende Juli und der Sommer hat Einzug gehalten. Der viele Regen der letzten Wochen hat der Heide richtig gutgetan. Aber leider auch den vielen Pfeifengrasbüscheln, Faulbaumschösslingen und Brombeeren.
Die Glockenheide ist mit ihrer Blüte fast durch. Die Besenheide steht in den Startlöchern bzw. hat schon teilweise mit der Blüte angefangen. An diesem grauen, wolkenverhangenen Samstagnachmittag gehe ich nach Wochen mal wieder über die Fläche und halte nach Insekten und anderem Getier Ausschau. Auffallend ist, dass die Blüten der Besenheide fast ausschließlich von der Gemeinen Sumpfschwebfliege (Helophilus pendulus) angeflogen werden. Bienen sind eher die Ausnahme. Allein einige wenige Honigbienen haben die Heide für sich entdeckt. Dort, wo die Heidepflanzen schon blühen, liegt ein leicht rosa Schimmer über der Fläche. Noch sind es nur einige Büsche. Ich denke, spätestens Mitte August wird die Heide in voller Blüte stehen.
Außer den Schwebfliegen, die in großer Zahl vertreten sind, gibt es unzählige Grashüpfer. Auch eine Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata) sehe ich. Schmetterlinge gibt es nur 2 Exemplare. Einen Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus) und ein Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) und zusätzlich noch zwei tagaktive Nachtfalter. Weiterhin kann ich eine Feldgrille (Gryllus campestris) und drei Wespenspinnen (Argiope bruennichi) beobachten und fotografieren.
Auf der Blutwurz (Potentilla erecta), auch bekannt als Tormentill, begegnet mir eine kleine Wildbiene aus der Gattung der Schmalbienen (Lasioglossum). Die genaue Bezeichnung der Art ist mir nicht möglich. Als letztes Insekt fliegt mir eine Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis) vor die Foto-Linse.
Auf dem Weg zurück zum Auto gehe ich über die abgeschobene Fläche. Vereinzelt sind kleine Kiefernschösslinge zu sehen und auch einige kleine Horste von Faulbäumen. Etwa auf der Hälfte meines Rückwegs traue ich zunächst meinen Augen nicht. Bei genauem Hinsehen stelle ich fest, dass auf mehreren kleinen Bereichen bereits neue Heide Pflänzchen sprießen. Nicht direkt am Rand, sondern durchaus bis zu 2 Meter in die Fläche hinein. Ein klasse Anfang.

August 2024 auf der Heidefläche in Marienfeld
Es ist Mitte August. Die Besenheide steht in voller Blüte. Eine Wohltat für die Augen. Die Glockeheide hat fast ausgeflüht.
Wenn man am westlichen Ende die Fläche betritt, sieht man nur hoch gewachsenes Gras und keine Heide. Erst auf den zweiten Blick schimmern hier und da lilafarbenen Farbtupfer durch das dichte Gras. Blühende Heide. Je weiter man sich durch das hohe Gras kämpft, desto mehr gibt das Gras den Blick auf blühnde Heidepflanzen frei. Der im letzten Herbst und Winter von uns bekämpfte Faulbaum ist immer noch reichlich mit kleinen Sprößlingen vorhanden, aber lange nicht mehr so dominant wie noch im letzten Jahr.
Insekten sehe ich nur sehr wenige. Vereinzelte Honigbnienen und einige wenige Schwebfliegen. Auch wieder ein Weibchen des Faulbaum-Bläulings bei der Eiablage. Ansonsten sind nur noch die Waldameisen erwähnenswert. Das Nest in der Mitte der Fläche wurden aufgegeben. Die Ameisen scheinen sich ein neues Domiziel am Waldrand aufgebaut zu haben. Gut geschützt am Rand eines von uns aufgeschichteten Abraumhaufens. Das zweite Nest, etwas weiter hinten am Waldrand ist nach wie vor sehr aktiv.
Unter einen weiteren Abraumhaufen hat sich ein Wespenstaat eingenistet. Reger Flugverkehr.
Die im letzten Herbst abgeschobene Fläche macht auf den ersten Blick einen sehr zerklüfteten Eindruck. Bei genauerem Hinsehen findet man in einigen Bereichen bereits neue Heidepflanzen. Daneben gibt es aber auch Bereiche, in denen sich bereits Gräser, Faulbäume und Kiefern ausbreiten. Das ist nicht gewollt. Diese Pflanzen müssn wir spätestens im Herbst wieder entfernen. Im hinteren, westlichen Bereich, dort wo länger Wasser gestanden hat, breiten sich Binsen aus.
Es tut sich was.!
Auch in der kommenden Pflege-Periode (Oktober – März) gibt es wieder reichlich Arbeit. Faulbaum entfernen, Gräser entfernen und die Abgeschobene Fläche von unerwünschtem Aufwuchs befreien.

Erste zarte Blüten an der Besenheide

Die Glockenheide ist mit ihrer Blüte fast durch.

Gemeine Sumpfschwebfliege

Gemeiner Grashüpfer

Kleines Wiesenvögelchen / Kleiner Heufalter

Faulbaum-Bläuling / Gartenbläuling

Eine unbestimmte Wildbiene aus der Gattung der Schmalbienen (Lasioglossum)

Bienenjagende Knotenwespe

Neue Besenheide-Pflänzchen auf der abgeschobenen Fläche

Große Heidelibelle

Ampferspanner

Faulbaum-Bläuling

Wespenspinne, auch bekannt als Zebraspinne